Für heute ist die Reise in Richtung
Kappadokien angesagt. Genauer gesagt nach Ürgüp, wo ich bereits ein
Hotelzimmer reserviert habe. Die Strecke suchte ich mit Google Maps
heraus, da meine Karte diesen Teil nicht mehr abdeckt. Für die rund
400 km werden 7 Std veranschlagt, was darauf hin deutet, dass es sehr
kurvenreich werden dürfte.
Der erste Teil bis es gebirgiger wird
verläuft ganz gut und ich liege problemlos in der Zeit. In einer
kleinen Ortschaft kommt dann die Abzweigung, welche nach Westen durch
das Gebirge führt. Die Strasse ist zwar kurvenreich, doch mit gutem
Belag und steigt schön regelmässig an. Nach einigen Kilometern wird
aus dem Asphalt Naturbelag und Kurve an Kurve schlängelt sich um die
Hügel.
Das ist alles noch nicht beunruhigend, denn ab und zu tauchen noch Ortsschilder und Richtungsangaben auf. So folge ich dem angegebenen Weg immer weiter, bis dieser enger und enger wird. Bei einer Verzweigung fehlen nun die Richtungsangaben vollständig, was mir doch etwas suspekt vorkommt. Immer häufiger quere ich kleine Bäche, welche vom Schmelzwasser aus höheren Gegenden über den Weg führen. Endlich komme ich in ein kleines Dorf, welches ich in meiner Onlinekarte nicht mehr finde. Ich versuche den richtigen Weg zu erfragen und muss feststellen, dass irgend etwas schief gelaufen ist, denn alle Wege von hier führen zu der Ortschaft, von der aus ich ursprünglich gestartet bin. Umkehren!
Das ist alles noch nicht beunruhigend, denn ab und zu tauchen noch Ortsschilder und Richtungsangaben auf. So folge ich dem angegebenen Weg immer weiter, bis dieser enger und enger wird. Bei einer Verzweigung fehlen nun die Richtungsangaben vollständig, was mir doch etwas suspekt vorkommt. Immer häufiger quere ich kleine Bäche, welche vom Schmelzwasser aus höheren Gegenden über den Weg führen. Endlich komme ich in ein kleines Dorf, welches ich in meiner Onlinekarte nicht mehr finde. Ich versuche den richtigen Weg zu erfragen und muss feststellen, dass irgend etwas schief gelaufen ist, denn alle Wege von hier führen zu der Ortschaft, von der aus ich ursprünglich gestartet bin. Umkehren!
Auf dem Rückweg komme ich bei dem
Versuch einer riesigen Wasserlache auszuweichen mit einem der beiden
Koffer zu nah an einen Felsbrocken und werde praktisch auf die andere
Seite der Strasse katapultiert. Nun kann ich das Motorrad nicht mehr
halten und lande mit samt der Maschine im Tümpel. Zum Glück kann
ich es noch alleine aufstellen, denn so im Wasser liegen lassen und
Gepäck abmontieren ist alles andere als gut. Nun merke ich, dass der
rechte Koffer weggerissen wurde und im Wasser schwimmt. Wie
wasserdicht dieser ist, werde ich später prüfen.
Das Schloss hat einen irreparablen
Schaden genommen und ich muss den Koffer mit Hilfe eines Spannriemens
befestigen. Beim ersten Anlauf gelingt dies noch nicht sehr gut und
ich muss den Koffer nochmals auflesen. Nun stelle ich beim Befestigen
fest, dass auch das Nummernschild nicht mehr an der Maschine ist. Da
dieses in einem Wechselrahmen angebracht worden ist, nehme ich an,
dass es durch den Aufschlag weg geschleudert wurde. Doch auch die
intensive Suche an der Unfallstelle und im Tümpel bringt kein
Nummernschild mehr zu Tage.
Was solls? Es gibt schlimmeres, was
einem passieren kann. Zudem ist bei der Weiterfahrt in südlichere
Länder eine separate Versicherung zu lösen, welche unabhängig von
unserem Nummernschild ist. Von einem der Jungs, welche in der
Zwischenzeit bei mir eingetroffen sind, erfahre ich, dass ich einige
Kilometer weiter zurück hätte nach links abbiegen müssen. Ja, da
war ein Schild. Doch auch als ich das zweite mal daran vorbei
gefahren bin, zeigt es noch immer nach rechts und nicht nach links.
Jedenfalls weiss ich jetzt, dass ich
auf der richtigen Strasse bin und fahre weiter. Es beginn schon sehr
zu dämmern und ich will nicht zu lange im Dunkeln auf diesen
Strassen fahren. Vor allem dann nicht, wenn noch Gegenverkehr
herrscht.
Die Strasse führt über einen Pass und
kurz danach komme ich an eine Abzweigung, welche mir sagt, dass ich
wieder auf dem richtigen Weg bin. Mittlerweile liegt beidseits der
Strasse etwa ein halber Meter Schnee und es ist in den nassen
Stiefeln und Handschuhen nicht mehr so angenehm. Eigentlich dürfte
das Hotel langsam kommen. Doch bis dahin sind es noch gut 100 km.
Der Weg führt erst über eine lange
Ebene hinweg und steigt dass nochmals an. Die Schneemauern links und
rechts werden immer höher, bis dann abrupt auch vor mir eine
Schneemauer von gut zwei Metern auftaucht. Ich kann jedenfalls nicht
darüber hinwegsehen.
Es bleibt mir nichts anderes übrig als
umzukehren und zuerst einmal bis zu der letzten Ortschaft zu fahren.
Mittlerweile sehe ich, dass mir nicht viel anderes übrig bleibt, als
das Gebirge südlich zu umfahren.
Bei der Kreuzung angelangt nehme ich
den Weg, welcher südwärts führt und der besser ausgebaut ist als
derjenige, auf dem ich gekommen bin. Doch wie lange, bis ich wieder
auf den Asphalt komme? Es wird immer dunkler und die Strasse ist
teils nur noch Matsch. Dann wird das ganze zu einer einzigen
Rutschpartie.Mittlerweile ist es vollständig dunkel geworden und
etwas zwei Berghänge weiter vor mir taucht ein Lichtschein wie von
einer grösseren Ortschaft vor mir auf. Endlich!
Als ich der Quelle näher komme, sehe
ich, dass es keine Ortschaft sondern so etwas wie ein Bergwek oder
eine gewaltige Baustelle sein muss. Dann werde ich an einem
Kontrollposten mit Schlagbaum angehalten. Die drei freundlichen
Herren sprechen nur türkisch, doch sie machen mir klar, dass ich
hier nicht mehr weiter kann. Çai! Genau, ein Tee ist jetzt das
richtige. Schon bald sind noch mehr Personen anwesend und es wird mir
klar, dass es sich um eine Baustelle handelt. Einer der
gastfreundlichen Arbeiter organisiert mir aus der Kantine ein
Sandwich und eine Flasche Joghurtdrink. Nun erst einmal hinsetzen und
etwas plaudern. Während wir Bilder der Kinder austauschen und esse,
klären sie ab, wo ich übernachten kann. Ja, ja, in einer der
Baubaracken ist das kein Problem. Ich werde am kommenden Morgen
einfach bereits um 7 Uhr abfahren müssen, doch werden sie mich
eskortieren. Soviel habe ich verstanden.
Samstag 7.4.12
Mein Wecker läutet um halb sieben und
noch etwas zerknittert schaue ich aus meinem Schlafsack in der
Baracke. Mustaffa holt mich ab und wir nehmen ein Frühstück in der
Kantine ein. Es drängt ihn etwas, denn schon bald will er mit mir
aufbrechen. Gut geleitet von ihm komme ich etwas 2 km weiter na das
Ende der Baustelle des Staudamms, welcher hier errichtet wird.
Auf der Naturstrasse kommen mir
Minibusse mit Arbeitern entgegen, welche aus den umliegenden
Ortschaften herangeführt werden. Soweit verläuft alles problemlos,
ausser dass bei jedem Schlagloch ein komisch klimperndes Geräusch
von der Vordergabel her ertönt. Mir schwant schon übles, doch erst
zurück in Richtung Adana.
Unterwegs mache ich in einer grösseren
Ortschaft einen Halt, um einen Ersatz für mein Nummernschild zu
organisieren. Zuerst denke ich an ein Blechschild oder etwas
ähnliches, welches genügend Witterungsbeständig ist. In einem
Haushaltwarengeschäft finde ich erst Serviertablets aus Blech und
dann die weissen Schneidunterlagen. Genau das was ich benötige. Noch
etwas gross, doch eine geeignete Werkstatt um es zu verkleinern wird
schon auftauchen.
Zwei Ortschaften später komme ich an
einem Metallverarbeitungsbetrieb vorbei und halte an. Drin sind die
Jungs gerade am Çai trinken und ich werde ebenfalls eingeladen,
nachdem sie mit der Blechschere das Brettchen wunschgemäss
verkleinert haben.
In Adana brauche ich noch einen dicken
Filzstift um das neue Nummernschild zu beschriften und eine Landkarte
der ganzen Türkei wäre auch ganz hilfreich. Google Maps hin oder
her, für meine Zwecke reicht es nicht.
In einem Shoppingcenter mitten in der
Stadt werde ich fündig. Jedoch bin ich wieder zu früh und kann die
Zeit bis zur Ladenöffnung noch für etwas Sightseeing nutzen.
In der Zwischenzeit habe ich auch
herausgefunden, was so klappert von der Gabel. Die Halterung der Hupe
ist abgebrochen/abvibriert und das komische Geräusch wurde durch die
herum hüpfende Hupe verursacht.
Nachdem ich das Motorrad noch in einer
Waschanlage abgedampft hatte, war alles wieder perfekt und der Fahrt
nach Kappadokien stand nichts mehr im Wege.
Kappadokien ist ein Hochland, welches
zu grossem Teil aus Hochebenen besteht. Über diese weht ein
veritabler und konstanter Wind, welchen auch ich zu spüren bekam. Am
kommenden Morgen hatte ich Muskelkater vom ständigen Gegenhalten,
damit das Motorrad nicht von der Strasse geweht wurde.
Plötzlich tauchten die ersten
Erdhäuser und skurrilen Steinformationen auf und ich wusste, dass
mein Ziel in Reichweite war.
Das Cave Inn Hotel ist ein
unscheinbares Schmuckstück, welches von aussen gerne übersehen
wird. Klein aber sehr ruhig und mit freundlichem Personal.
Mein erster Versuch, auf dem
Polizeiposten den Verlust des Nummernschildes bestätigen zu lassen
scheitere und ich solle am Montag wieder kommen. Ein klares Zeichen,
dass hier keine Ostern gefeiert wird.
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